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Lieber Philipp, wir alle vermissen Dich.

Geboren am 3. Dezember 1960, von uns gegangen am 13. Februar 2008.

Philipps Laufbahn begann mit dem Abschluss der Lehramtsmatur an der Kanti Bülach, 1981. Nach dem Vorkurs an der damaligen Kunstgewerbeschule Zürich 1982 folgten zwei Jahre Kunstgewerbeschule 1983/84, gefolgt von einem Jahr Unterbruch 1985.

1987 schloss Philipp Trautmann mit dem Zeichenlehrerdiplom die Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich ab. Als er sein erstes Atelier bezog, wusste er, dass er sich in der Figuration weiterentwickeln wollte; eine Richtung die ihm bereits während seiner Ausbildung auf dem Gebiet von Aktzeichnen und Porträtmalerei entsprach.

"So wichtig mir Menschendarstellungen sind, die ich aus dem Fundus der Kunstgeschichte kenne, sind sie mir doch nur Grundlage dafür, Figurenbilder aus meiner persönlichen Erlebniswelt heraus zu gestalten. Meine Vision ist, das "Leben draussen" einzufangen - die Hektik des Strassenverkehrs, auf dem Trottoir eilende Leute, fahrende Austos mitsamt der architektonischen Umgebung - dies ist ein wesentlicher Teil der Wirklichkeit, die mich täglich umgibt."

Als Ausgangspunkt dienten ihm zahlreiche Skizzen, die vor Ort entstanden und im Atelier grossformatig umgesetzt wurden.

Was er während des Tages an Eindrücken einfing, liess sich in der Nacht fortsetzen, wo Orte der Begegnung der "Urban People" vor allem in Klubs und Bars zu finden waren.

Gruppenporträts interessierten ihn in vorderster Linie - die Gestik und Körpersprache der Leute sowie Licht und Bewegungen in einer soundunterlegten Atmosphäre inspirierten ihn. Er befasste sich mich mit dem Phänomen der Streetparade, da sich dort dynamische Aktion und Selbstdarstellung im Extrem zeigt, ein Impetus, den er mit der expressiven Gestik der Malerei ausdrückte.

Sein erster Auftritt im Ausland war 1992, wo er in Moskau jenes umfangreiche, thematische Repertoire vorstellen konnte, auf das sich auch im Folgenden seine Malerei konzentrieren sollte: Parties, Barszenen und Streetlife.

Anfangs 1993 wurde ein Themenbereich aktuell, der das Figurative in den Hintergrund stellt: Technisches, Maschinenbau - insbesondere, als er in der Werfthalle des Flughafens Zürich - Kloten, das Geschehen vor Ort festhalten konnte. Eine Fortsetzung dieses technisch, architektonisch bezogenen Themas setzte er in einer späteren Serie fort, die er von Fabrikhallen und in Anlehnung an Fernsehreportagen malte, ergänzt durch eine Serie aus den Hangars des Militärflugplatzes Dübendorf.

Sein in Zürich an Bildthemen aufgebautes Repertoire, liess sich auch auf andere grössere Städte übertragen.
So wurden 1995 längere Aufenthalte in New York und Paris Anlass für weitere Bilder zum Thema Streetlife und Urbanität. Vor dieser monumentalen, architektonischen Kulisse gewannen die Bilder zusätzlicn an Dynamik und Audrucksstärke. Parallel dazu war er auch Lehrbeauftragter für bildnerisches Gestalten an der Kantonsschule Bülach von August 1995 bis Februar 2000.

1996 gewann ein neuer Themenkreis an Bedeutung. Auf einer Reise in die Berglandschaft Rumäniens fühlte er sich hingezogen zu Landschafts- sowie Tiermotiven.
Bei einem späteren Aufenthalt in Frankreich 2000 setzte er sich erneut mit der Landschaft auseinander.

Danach folgten weitere Jahre der Lehrtätigkeiten an der Kantonsschule Romanshorn (TG), später an den Sekundarschulen Regensdorf, Niederlenz, Bad Zurzach und zuletzt auch in Birr. Als Fachlehrer unterrichtete er auch an der Swiss International School Zürich (vorm. Minerva) sowie an der AKAD (Maturitätsschule). Er führte mehrere Privatkurse durch, gab immer wieder Privatstunden und organisierte auch zwei Mallager in Frankreich für Erwachsene.

"Das thematische Spektrum meiner Malerei bewahrt immer einen direkten Bezug zur sichtbaren Wirklichkeit die mich umgibt. Dennoch ist mein Interesse an der malerischen Abstraktion nicht themenfixiert, die Qualität der Malerei hat oberste Priorität."

Philipp Trautmann

Ende 2007 nahmen nahe Freunde von Philipp mehr und mehr Zeichen der Unruhe wahr, die sich bald zu einer grossen Not auswuchsen. Viele Gespräche die er selbst bei Freunden suchte halfen nicht weiter, auch professionelle Beratung blieb ohne Wirkung. In den frühen Morgenstunden vom 13. Februar 2008 wurde ihm das Leben zuviel.

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